Wie finde ich meine Berufung?
Was liebst du wirklich? Meine Lieblingsfrage, wenn ich mit Klient*innen in ein Purpose-Mentoring starte. Ich lasse sie schreiben - sieben Minuten lang. Freewriting nennt sich diese wunderbare amerikanische Schreibmethode, die regelmäßig Großartigkeiten aus den Herzen zaubert. Was ist es, was du wirklich wirklich gerne tust, wo dir das Herz aufgeht, wozu du stundenlang recherchieren kannst? Wo du in den Flow kommst und die Zeit vergisst? Deine Antworten auf diese Frage sind schon mal ein wertvoller Hinweis darauf, wo deine Berufung liegen könnte. Denn Berufung hat ganz viel mit Herz zu tun. Und mit deiner Essenz. Doch wie findest du den Zugang zu ihr?
Im ersten Schritt lohnt sich ein Blick zurück.
Stell dir vor, dein bisheriges Leben ist ein Fluss. Was waren wesentliche Stationen? Wer hat dich zu welcher Flußbiegung gebracht? Wo war es eher ein Bächlein, wo ein reissender Strom? Wo gab es vielleicht Felsen, die du umfließen durftest? Und wo sind die Stationen, die dir wirklich Freude gemacht haben? Wer waren dabei deine Wegbegleiter? Und was hast du da getan? Bilder wie dieses machen den Blick zurück direkt fühlbar und lassen dich erkennen, wo du in deinem Leben vielleicht sogar schon nahe an deiner Berufung dran warst. Auch eine Reihe an bewussten Reflexionsfragen können wertvolle Antworten liefern. So wie der Austausch mit Freunden und Bekannten. Alleine die Frage: “Was denkst du, dass mein größtes Talent ist?”, öffnet oft spannende, neue Perspektiven.
Am Anfang waren deine Werte.
Starten wir ins Jetzt. Was sind deine Werte? Wofür stehst du ein? Was ist dir wirklich wirklich wichtig im Leben? Und schaffst du es, deine Top 5 oder sogar Top 3 Werte zu destillieren und auf den Punkt zu bringen? Eine Wertereise gibt eine erste Richtung vor, wohin dein Purpose-Prozess geht. Überhaupt sind Werte in jeder Lebenssituation unverzichtbare Wegweiser, die dir helfen zu entscheiden, ob der nächste Step für dich sinnstiftend und wirklich auch in deinem Sinne ist. Ist dir Nachhaltigkeit wichtig, wirst du dir schwer tun mit einem Job, wo du 4 Tage die Woche um den Globus reist - zum Beispiel. Legst du wert auf Teamgeist und Gemeinschaft, wird dir ein Einzelkämpfersetting nicht so gut tun. Und so weiter. Hast du deine Top 3 gefunden, darst du sie dir auf die Fahnen heften und über deinem Schreibtisch platzieren. Und dein Leben fortan möglichst daran ausrichten. Macht nicht nur zufriedener und klarer, sondern nicht zuletzt auch authentischer.
Hi, ich bin dein Ikigai.
Ein echtes Zaubertool, dass ich in der Berufungsarbeit sehr sehr liebe, ist das japanische Lebenssinn-Modell Ikigai. Die Fragen “Was kannst du gut?”, “Was liebst du/machst du richtig gerne?”, “Was braucht die Welt?” und “Wofür wirst du bezahlt?” verschmelzen zu einer Struktur, in deren Kern dein Ikigai, deine Berufung steht. Diese differenzierte Betrachtungsweise macht richtig Sinn. Denn oft machen wir z.B. etwas richtig gut und auch nicht so richtig ungern. Aber lieben tun wir es nicht und machen es auch nicht wirklich gern. Nur weil wir gut in Zahlen sind, ist es z.B. nicht zwingend unsere Berufung, Buchhalterin zu werden. Oder weil wir gut schreiben können, sind wir nicht automatisch glücklich als PR-Texterin. Da lohnt ein Deep Dive. Ist die Übung gut vorbereitet und angeleitet, entstehen hier wertvollste Erkenntnisse.
Embodiment im Purpose-Coaching verbindet.
Nicht ganz so klassisch im Purpose-Coaching aber für mich ein absolutes Must-Have ist Embodiment, also die Arbeit und Verbindung mit dem Körper und seiner Weisheit. Weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass es wenig Sinn macht, Purpose nur aus dem Kopf zu kreieren. Die Essenz sitzt wesentlich auch im Körper, genau gesagt im Herz und vor allem im Becken. Und hier anzudocken, bevor wir in forschende Purpose-Übungen gehen, verändert das Ergebnis oft um 100 Prozent, kein Scherz. Warum? Weil wir gewohnt sind, aus dem Kopf zu kreieren, aber das eigentlich nicht die Quelle unserer Weisheit ist, sondern die ausagierende Instanz, die aus dem Herzen und Becken genährt und befeuert wird. Lasse ich einen Klienten eine Vision aus dem Kopf erschaffen ist das garantiert eine andere, als wenn ich ihn vorher über eine Verbindungs- oder Schüttelübung in den Körper bringe. Der Kopf kreiert Ziele, das Herz und das Becken echte Herzenswünsche. Und letztere sind es, denen wir vorrangig folgen sollten, um unsere Berufung zu finden.
Human Design, Gene Keys & Co. als Quelle?
Ich mag Gene Keys, Human Design ist ok und auch andere Motivationsanalysen finde ich spannend. Und ja, ich verwende sie auch ab und an im Purpose- und Visionscoaching. Aber es sind eben nur Modelle. Sie liefern interessante Impulse und manchmal ist tatsächlich auch ein Heureka dabei. Aber auch viele Schubladen. Je mehr ich mich mit Embodiment beschäftige, desto weniger reizen sie mich. Heißt nicht, dass es mich nicht fasziniert, wenn mein Gene Key-Profil mein Innenleben gefühlt auf den Punkt seziert hat. Aber noch mehr fasziniert mich, wenn Klient*innen im Freewriting nach einer Embodiment-Übung denselben Output haben - aus sich selbst heraus. Aus ihrer inneren Weisheit, unverfälscht und einzigartig.
Und da gibt’s noch so viel mehr. Visionboards, systemische Verortungen, Interview mit dem Zukunfts-Ich, Meditationen, Berufungsclusters und und und. Sie alle bringen dich Step by Step immer weiter mit deiner Berufung und deinen Herzenswünschen in Kontakt. Bis wir am Ende des Mentorings deinen Purpose, deine Vision in Worte fassen und mir im besten Fall ein Kribbeln durch den Körper läuft. Das ist nämlich mein Embodied Sign, dass mein Gegenüber seine Berufung gefunden hat. Und ich liebe es :)
Wenn du tiefer tauchen magst, Fragen hast oder dich selbst auf deine Berufungs- und Visionsreise machen, dann melde dich gerne. Gemeinsam finden wir das für dich passende Mentoring-Angebot.
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